Falscher Mehltau stellt Weinbetriebe in der Region vor wirtschaftliche Probleme
Geschrieben von: Presseservice
Freitag, den 16. September 2016 um 13:35 Uhr
 
 

Gutting setzt sich für Ökowinzer ein

Bruchsal. Aufgrund der schwierigen Witterungssituation in den vergangenen Sommermonaten sehen sich zahlreiche Winzer im Raum Bruchsal mit Problemen durch Peronospora konfrontiert. Die im Volksmund auch als „Falscher Mehltau“ bezeichnete Pflanzenkrankheit richtet bei Weinreben erhebliche Schäden an und stellt die Weinbauern häufig vor wirtschaftliche Probleme. Besonders stark betroffen sind dabei die Ökowinzer. Denn aufgrund der neuesten EU-Öko-Verordnung dürfen diese nicht auf bewährte Pflanzenschutzmittel wie Kaliumphosphonat zurückgreifen, mit denen der Falsche Mehltau wirksam zu bekämpfen ist. Stattdessen stehen im Bioweinbau nur zugelassene kupferhaltige Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.

Das in Deutschland geltende Pflanzenschutzrecht wiederum lässt jedoch nur eine Kupfermenge von höchstens 3 Kilogramm pro Hektar und Jahr zu. Wird diese Einschränkung verletzt, verlieren die Winzer das begehrte Ökosiegel.

Eine „Zwickmühle“, wie der Bundestagsabgeordnete Olav Gutting (CDU) nach einem Gespräch mit Claus Burmeister vom renommierten Weingut Heitlinger in Östringen besorgt feststellen muss. „Ich spreche mich mit Nachdruck für eine Erhöhung der höchstzulässigen Kupfermenge auf 6 Kilogramm pro Hektar und Jahr, sowie für eine zonale Wiederzulassung von Kaliumphosphonat im Ökoweinbau aus“, erklärt der Parlamentarier. Andernfalls, so Gutting, sei das wirtschaftliche Überleben der Biowinzer in der Region und auch darüber hinaus, stark gefährdet.

Unverständnis über die herrschenden Regelungen zeigte er auch deshalb, weil beispielsweise in Frankreich höhere Mengen an Kupfer eingesetzt werden dürfen. „Dies führt zu einem enormen Wettbewerbsnachteil für unsere Winzer, den ich nicht hinnehmen kann“, erklärt der Volksvertreter.

Gemeinsam mit anderen Abgeordneten aus dem Land- und Bundestag hat Gutting sich deshalb mit einem Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gewandt, um der Forderung nach einer Erhöhung der zulässigen Kupfermenge Nachdruck zu verleihen. Im Brief enthalten ist auch die ausdrückliche Forderung nach einer verstärkten Forschung in diesem Bereich der Pflanzenschutzmittel.(Jackwerth)