Den Hockenheimring als Standort für Technologie- und Bildungsunternehmen ausbauen
Geschrieben von: Presseservice
Dienstag, den 14. August 2018 um 14:13 Uhr
 
 

Die Elektromobilität ist in aller Mund, von Seiten des Staats wurden gleich mehrere Programme gestartet, um den Kauf von Elektrofahrzeugen anzukurbeln. Und dennoch beträgt ihr Marktanteil in Deutschland gerade mal zwei Prozent. Weniger als Problem, vielmehr als Herausforderung wollen das Thomas Reister und Tim Brauer verstanden wissen. Denn immer strengere Umweltschutzverordnungen, steigende Treibstoffkosten und zunehmender Verkehr stehen nach wie vor dem Wunsch vieler Menschen nach Individualverkehr gegenüber.

Den hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting hatten sie zu einer Firmenpräsentation eingeladen, der die sitzungsfreie Zeit gerne dazu nutzte, um zusammen mit dem CDU-Vorsitzenden Markus Fuchs und Fritz Rösch die Firma und ihre Konzepte am Firmensitz auf dem Hockenheimring kennenzulernen. „Unser Ziel ist es, den Hockenheimring als Standort für die elektrische Mobilität zu positionieren“, so Thomas Reister zur Begrüßung.

Ein erster großer Schritt ist dazu mit der Ansiedlung des Porsche Experience Centers gelungen, das im September 2019 pünktlich zur Vorstellung des neuen Porsche-Elektrofahrzeugs fertig sein soll. Ein 35- Millionen-Euro-Projekt, das von einer eigenen Gesellschaft, der emodrom Bau&Grund GmbH, in Eigenregie und ohne kommunale Mittel gestemmt wird. Sofort nach dem Formel 1-Rennen gingen die Bagger ans Werk und ein gutes Drittel der Innentribüne ist zum Teil bereits abgetragen. Doch die Pläne gehen noch weiter. So soll es auch eine Kartbahn für elektronisch angetriebene Karts geben, Ausstellungsflächen für Industrieunternehmen, bis hin zu einer eigenen emodrom Academy.

„Wir stehen in Kontakt unter anderem mit den Hochschulen in Karlsruhe und Pforzheim und wir hoffen sehr, dass wir einen eigenen Lehrstuhl für Elektromobilität einrichten können“, so Reister. Das Konzept ist denkbar einfach: Den Hockenheimring als traditionsreiche Rennstrecke zur Ansiedlung von neuen Unternehmen nutzen, die vor allem im Bereich Elektromobilität unterwegs sind. Denn auch wenn das jüngste Formel 1-Rennen in Hockenheim erfolgreich war, so darf es nicht darüber hinweg täuschen, dass seit vielen Jahren die Zuschauerzahlen bei den traditionellen Rennveranstaltungen rückläufig sind.

Das Konzept einer fahraktiven Elektromobilitätsmesse, das e4Testival, stellte anschließend Alexander Nieland, Geschäftsführer der e4 Qualification GmbH vor: „Egal ob eBike oder eFahrzeug, sie werden diese am 27. und 28. Oktober auf dem Hockenheimring nicht nur anschauen, sondern sofort probefahren können“. Die Erfahrung zeige, dass eine Probefahrt eines Elektrofahrzeugs sehr viel mehr bewirken könne, als lange Verkaufsgespräche. Bis zu 20.000 Zuschauer werden erwartet, und auch wenn die erste Messe wohl kaum mit Gewinn arbeiten dürfe, so wolle man dies als Investition in die Zukunft verstehen, um die Messe und Folgeaktivitäten dauerhaft auf dem Hockenheimring zu etablieren.

Doch wie so oft bei Visionen, so wird auch hier mit allerlei Problemen gekämpft: Die deutsche Automobilindustrie tut sich schwer mit der Herstellung von Elektrofahrzeugen, und eine abgestimmte, parteiübergreifende Vorgehensweise fehle. „Es ist erschreckend, wie wenig unserer Automobilhersteller in diesem Segment zu bieten haben“, das gab auch Olav Gutting unumwunden zu. Als Mitglied im Haushaltsausschuss habe er sich für die Förderung der Elektromobilität stark gemacht. Hoffnung setzte er in die Steuervorteile für elektrisch betriebene Dienstwagen, die 2019 in Kraft treten werden.

Dass das Thema Elektromobilität gerade für seinen Wahlkreis von Interesse ist, das liege natürlich vor allem am Hockenheimring: „Egal, wo ich im Ausland bin: Die Marke Hockenheimring kennt fast jeder. Es ist ein unglaubliches Potential vorhanden, das es zu nutzen gilt“.

Unterstützung können die Herren Brauer, Reister und Nieland gut gebrauchen. „Wenn wir mit staatlichen Stellen reden, dann werden sofort Assoziationen zum Freizeitpark am Nürburgring geweckt. Und auch die Kontaktaufnahme mit Firmen ist nicht immer ganz leicht, denn die Leidensgeschichte des Hockenheimrings seit dem Umbau 2001/2002 ist wohl bekannt“.

Und dennoch, und das wurde zum Abschluss des zweistündigen Besuchs des CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting deutlich: Den Hockenheimring als Standort für Technologie- und Bildungsunternehmen ausbauen, an diese Vision glauben sie.